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Spark Art Fair Wien; Foto Stefan Kobel
Spark Art Fair Wien; Foto Stefan Kobel
Stefan Kobel

Stefan Kobel

Kobels Kunstwoche 13 2025

Optimierungspotential bei der Spark Art Fair in Wien sieht Christiane Meixner im Tagesspiegel: „Nicht alles ist durchgängig auf diesem Niveau und manche Abwesenheit wichtiger Galerien aus Österreich der parallel stattfindenden Stage in Bregenz geschuldet. [...] Das neue Team der Spark seit vergangenem Jahr, Walter Seidl und Jan Gustav Fiedler, hat den Turn geschafft, kann das Programm aber noch an einigen Ecken schärfen. Im Fernduell Wien-Bregenz sieht Patricia Grzonka bei Monopol die Spark vorne: „Viele der großen Wiener Galerien sind auch dieses Jahr dabei – darunter Lombardi-Kargl, Hilger, Krobath oder die Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder. Einige aus dem mittleren Segment hingegen fehlen, nicht zuletzt, weil sie auf der zeitgleich stattfindenden Stage Bregenz vertreten sind. Die Konkurrenz spricht letztlich für den Kunststandort Wien – eine Stadt, in der das Angebot an hochkarätigen Institutionsausstellungen ohnehin überdurchschnittlich dicht ist.“ Nicole Scheyerer berichtet für die FAZ. Ich war für das Handelsblatt und Artmagazine in Wien.

Die zeitgleich abgehaltene Stage Bregenz versucht sich im dortigen Festspielhaus mit einem anderen Ansatz, beobachtet Justine Konradt für Monopol: „Die weiße Koje der Galerie [Crone] befindet sich, wie die meisten hier, auf der großen Werkstattbühne, die dann doch wieder klassischeren Messe-Charakter hat. Es sei wichtig, auf einer österreichischen Messe auch lokale Positionen zu zeigen, meint die Galerie. Diese Überzeugung scheinen einige hier zu teilen, und so stechen besonders österreichische Künstler und Künstlerinnen ins Auge.“ Überzeugend findet Edith Schlocker Konzept und Angebot im Artmagazine: „Die meisten der Galerist:innen versuchen, das Publikum mit jungen – noch leistbaren – Positionen zum Kunstkauf zu verführen. Im Wissen, wie schwierig selbst das in Zeiten wie diesen ist. Für jene, die gut gefüllte Brieftaschen besitzen und bei der STAGE erwartet werden, gibt es in so machen Messeständen aber auch etablierte Positionen […] 'Herz' der Messe ist allerdings die von der slowenischen Kuratorin Hana Ostan-Ozbolt-Haas auf der Hauptbühne des Festspielhauses inszenierte Schau. Die Arbeiten von sieben – schwerpunktmäßig osteuropäischen – Künstlerinnen spielen da ganz große Oper.“

Der neue Artnet Intelligence Report steht zum Download (PDF) bereit: „In ihrer Titelgeschichte untersucht Katya Kazakina, leitende Reporterin bei Artnet News, einen Generationswechsel, bei dem jüngere Käufer die Nachfrage antreiben. Luxus, Popkultur und digitales Engagement prägen ihre Sammlungsgewohnheiten und zwingen die Branche, Exklusivität neu zu überdenken und sich an neue Werte anzupassen. Unterdessen nimmt das Volumen der Online-Kunstverkäufe zu, was einen anhaltenden Wandel in der Art und Weise widerspiegelt, wie Sammler mit dem Markt interagieren.“

Wie ihrer Meinung nach ungenügend die Tefaf ­ und der Kunsthandel im allgemeinen ­ mit Provenienzen umgehen, erörtern die Kriminologin Emiline Smtih und die Archäologin Summer Austin detailliert bei Hyperallergic: „Die Beseitigung problematischer Herkunft, das Fortbestehen vager Eigentumsverhältnisse und die anhaltende Zurückhaltung einiger Händler, die vollständige Geschichte offenzulegen, deuten darauf hin, dass die Branche immer noch mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Es vollzieht sich ein Wandel – wenn auch in einem Tempo, das eher von den Kräften des Marktes als von moralischer Abrechnung bestimmt wird.“

Die Bemühungen des New Yorker Metropolitan Museums bei der Provenienzforschung stellen Graham Bowley und Tom Mashberg in der New York Times vor: „Um zu veranschaulichen, wie ernst es dem Museum in dieser Hinsicht ist, veröffentlicht es nun zwei Inventare auf seiner Website – eines für die von ihm zurückgegebenen Antiquitäten und das andere, auf einer separaten Seite, für Kunstwerke, die nicht mehr Teil der Sammlung sind, nachdem festgestellt wurde, dass sie wahrscheinlich während des Zweiten Weltkriegs geplündert wurden. Darüber hinaus hat das Met das Team der Analysten, die sich mit der Herkunftsforschung befassen, von sechs auf elf erweitert. Eine neue Initiative, die die Forscher ergriffen haben, besteht darin, sich auf Sammlungsstücke zu konzentrieren, deren Geschichte Kontakte zu zwielichtigen Händlern beinhaltet.“

Die geplanten Änderungen im Umgang mit Raubkunst mache den Streit um den Welfenschatz noch vertrackter, erklärt Catherine Hickley in der New York Times: „Und nun gibt es eine neue Forderung, und zwar von Alice Koch, der Erbin eines Mitglieds des Konsortiums, deren Interessen zuvor nicht berücksichtigt worden waren. Die Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland eine grundlegende Änderung bei der Beilegung von Restitutionsstreitigkeiten in Betracht zieht. Die Regierung hat angekündigt, dass sie ihre Beratungskommission für NS-Raubkunst auflösen und durch ein verbindliches Schiedsgericht ersetzen wird, aber der Zeitpunkt für diese Umstellung steht noch nicht fest.“

Steuerliche Erleichterungen beim Kunstkauf seien in Österreich in greifbare Nähe gerückt, meldet Olga Kronsteiner im Standard: „Wann sich das Team vom zuständigen Minister und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) damit befassen wird, ist derzeit nicht absehbar – auch weil derzeit der Sparbedarf der Regierung Priorität genießt. Jedenfalls hat Babler aber jüngst ganz allgemein avisiert, 'nicht blind in die Krise hineinsparen, sondern herausinvestieren' zu wollen. Insofern erhoffen sich der Handel und die produzierenden Künstlerinnen und Künstler, dass die 'Schaffung von Anreizen für Kunstankäufe, etwa durch steuerliche Absetzbarkeit', laut Regierungsprogramm nicht nur geprüft, sondern auch umgesetzt wird: um die Folgen der laufenden Rezession abzufedern und eine Perspektive zu geben, die der heimische Marktplatz mehr denn je benötigen würde.“

Kostenloser Eintritt senke die Kosten der Museen pro Besucher deutlich, hat eine Studie von Remuseum in den USA herausgefunden, deren Ergebnisse Helen Stoilas im Art Newspaper zusammenfasst: „Eine Möglichkeit, wie Museen diese „Skaleneffekte“ überwinden können, besteht darin, freien Eintritt zu gewähren, was laut dem Remuseum-Bericht mehr Besucher anzieht, ohne die Kosten für das Museum zu erhöhen. Bei den meisten Museen waren die Kosten pro Besucher in Einrichtungen mit freiem Eintritt niedriger als in solchen, die Eintrittsgelder verlangen. In Museen in kleineren Städten mit geringeren Budgets lagen die Kosten pro Besucher bei freiem Eintritt beispielsweise bei 55 Dollar gegenüber 77 Dollar bei Museen, die eine Gebühr erhoben. In Einrichtungen in größeren Städten mit höheren Budgets betrugen die Kosten pro Besucher bei freiem Eintritt 99 $ gegenüber 128 $ bei denjenigen, die eine Eintrittsgebühr verlangten.“ Leider steht diese jetzt von Fakten untermauerte These auch hierzulande unter Sozialismusverdacht.

Währenddessen bringt die Trump-Administration die Kulturpolitik auf patriotischen Kurs, berichtet Isa Farfan für Hyperallergic: „Nachdem Präsident Donald Trump letzte Woche die effektive Auflösung des Institute of Museum and Library Services (IMLS) angeordnet hatte, hat er einen neuen Direktor für die Behörde vereidigt, der versprochen hat, 'den Fokus wieder auf Patriotismus zu richten'.“ Das ist schon kein gemächliches Driften in den Faschismus mehr. Man darf gespannt sein, wann die ersten Oppositionellen weggesperrt werden.

Die britischen Behörden machten Ernst mit der Anwendung der Geldwäscheregelungen, berichtet Riah Pryor im Art Newspaper (evtl. Paywall) : „Fast 50 britische Kunstunternehmen wurden in eine Liste von Kunstmarktteilnehmern (AMPs) aufgenommen, die letzte Woche von der Steuerbehörde HM Revenue & Customs (HMRC) veröffentlicht wurde und gegen die Geldwäschevorschriften verstoßen haben. Auf der Liste stehen unter anderem die Galerien Opera und Carl Kostyál sowie eine von White Cube organisierte Fundraising-Kampagne. Die genannten Geldbußen wurden zwischen dem 1. Januar 2024 und dem 30. September 2024 verhängt, wobei die AMP-Strafen im Durchschnitt über 3.000 Pfund betragen und bis zu 13.000 Pfund erreichen, weil die Registrierung nicht bis zum Juni 2021 beantragt wurde.“

Die Verurteilung der ehemaligen Kunstberaterin Lisa Schiff zu zweieinhalb Jahren Gefängnis meldet Sarah Maslin Nir in der New York Times.