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KKVG #3 Apr 2014

Falsche Kunst -  Richtig versichert

3. Kölner Kunst­versicherungs­gespräch
10. April 2017 auf der Art Cologne

Falsche Kunst - Richtig versichert

2012/2013 sind Jahre der öffentlichen Verunsicherung im Handel mit Kunst. In New York schließt die renommierte Galerie Knödler, weil offensichtlich über Jahre gefälschte Werke als echt verkauft wurden. In Deutschland wird über den Fall Beltracchi ausführlich berichtet. Führende Auktionshäuser von Christies über Sotheby's aber auch lokaler ausgerichtete wie Lempertz haben Werke von Max Ernst, Campendonck und Pechstein verauktioniert, die trotz aller Expertisen nicht dem Oeuvre dieser Künstler entstammten. Werner Spies - renommierter Experte, dem wir großartige Ausstellungen verdanken - irrte sich mehrfach in der Festlegung auf Werke von Max Ernst. Die Honorare für den Irrtum scheinen an die Wertsteigerung für die Bestimmung gekoppelt. Das van Gogh Museum schrieb vor 30 Jahren ein Gemälde des Meisters als nicht echt ab und 2013 kommt die gleiche Institution beim selben Gemälde zur gegenteiligen Meinung - es ist wieder echt!

2013 war eines der besten Jahre für den weltweiten Kunsthandel. Auktionsrekorde wurden gebrochen und auch der private Handel konnte große Erfolge auf und neben den großen Kunstmessen verzeichnen. Die niedrigen Zinsen verlagern die Interessen der Kapitalanleger in einen Sektor, dessen Wertbestimmung weniger transparent ist und deutlich höhere Margen verspricht als irgendeine andere Handelsware. Kunst wird seit Jahrhunderten gefälscht, oder kopiert und in manchen Kulturkreisen gilt die Kopie mehr als das Original.

Vor diesem Hintergrund ergeben sich auch für die Versicherungswirtschaft eine Fülle von Fragen rund um die Bewertung von Kunst, die Bedeutung von Provenienz, die Macht von Experten und die Ohnmacht des “Hauses der 1.000 Berufe” (Versicherungswirtschaft).

Wie steht es um den Sachverstand der Branche? Ist die Ausstellung einer Versicherungspolice über einen hohen Wert eine Garantie für einen Käufer, daß es sich um ein echtes Werk handelt und wird die Versicherer auch dann zahlen, wenn sich im Nachhinein herausstellt, es war im günstigsten Fall eine Kopie und keine Fälschung? Was muss ein Versicherer wissen, um ein Risiko beurteilen zu können? Wie sicher ist der Einsatz von Experten? Diesen und vielen weiteren Fragen wollen wir im Rahmen des 3. Kölner Kunstversicherungsgespräches unter Leitung von Stefan Kobel nachgehen.

1. Runde
Der Markt und seine Teilnehmer - Was macht Käufer sicher in Bezug auf die Echtheit der Werke, die sie erwerben wollen. Wie können Messen helfen sich vor Irrtümern zu bewahren. Wer haftet in welchem Umfang für was?

2. Runde
Die Versicherungswirtschaft - Wie ist sie für den Umgang mit Kunst und internationalen Märkten aufgestellt? Wie weit reicht ihre Expertise? Welche Schadenszenarien sind denkbar? Ist ein vereinbarter Versicherungswert (agreed value) in jedem Fall verbindlich? Gibt es neue Produkte, die zusätzliche Sicherheit verschaffen? Was ist unter Title Insurance zu verstehen?