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Kobels Kunstwoche

Bestimmt ehrenwert, aber erklärungsbedürftig.
Bestimmt ehrenwert, aber erklärungsbedürftig.

Kobels Kunstwoche 35 2021

NFTs werden sich als Standard zum Handel mit digitaler Kunst durchsetzen, glaubt Christina Steinbrecher-Pfandt, die mit Blockchain.art eine eigene Plattform betreibt. Für Medium.com hat sie einige mögliche Anwendungsbeispiele – unter anderem für Museen - zusammengestellt: „Museen können 'Mehrzweck-NFTs' nutzen und sie als Eintrittskarten für Ausstellungen oder als Eintrittskarten für Benefizgalas und andere Fundraising-Veranstaltungen verkaufen. Museen können Werke - digital oder physisch - für ihre ständigen Sammlungen erwerben und NFTs dieser Objekte als fraktionierte Eigentums-Token verkaufen, so dass ihr Publikum (buchstäblich) in die Akquisitionsaktivitäten des Museums eingebunden wird.“

Die Hauptversammlung der Weng Fine Art AG habe ich für das Handelsblatt besucht.

Einen feuilletonistischen Rundgang über die Chart Art Fair in Kopenhagen unternimmt Ursula Scheer für die FAZ: „Der Anteil der Künstlerinnen liegt dieses Mal bei rund fünfzig Prozent. Ein Kuratoren-Programm stärkt den Netzwerkcharakter, ein Onlinejournal fragt nach der Zukunft des Messebetriebs, und eine kleine feine Buchmesse wurde angeschlossen, in der Verlage Künstlerbücher und Druckpreziosen präsentieren. Nach anderthalb Jahren des pandemisch erzwungenen Digitalisierungsschubs setzt [Direktorin] Nanna Hjortenberg einen Akzent auf das Physische, Haptische und die direkte Begegnung mit Kunst.“

Die Armory Show gehe trotz der Absage anderer Messen in New York davon aus, dass sie stattfinden könne, berichtet Zachary Small in der New York Times: „Die Armory Show plant weiterhin, Händler wie David Zwirner, Stephen Friedman und Marianne Boesky zu präsentieren und wichtige Künstler wie Wolfgang Tillmans, Deborah Roberts und Jeffrey Gibson auszustellen. Aber nicht alle sind mit an Bord. Fast ein Viertel der mehr als 200 Aussteller haben ihre Teilnahme an der physischen Messe verschoben - obwohl sie online teilnehmen werden -, weil sie nicht reisen können. Für die Vertreter der Galerien, die nicht teilnehmen können, werden die Anmeldungen auf die Ausgabe im nächsten Jahr übertragen, so [Messedirektorin Nicole] Berry."

Eine Ausblick auf das Schwerpunktthema Kunststoffrestaurierung in der nächsten Printausgabe der MIT Technology Review bietet Heise: „Es gibt unzählige Polymervarianten in noch mehr Verarbeitungsformen. Weichmacher, Additive, Farbstoffe geben dem Material seine individuellen Eigenschaften. Die Anforderungen an einen Raumfahrtanzug, eine Kunst-Skulptur oder einen Alltagsgegenstand sind sehr unterschiedlich. Zwar hat jede Kunststoffgruppe ihren speziellen Feind, die allgegenwärtigen Gegner des Plastiks wirken aber immer mit: UV-Strahlung, Wärme, Sauerstoff und Feuchtigkeit. Von allem gibt es im Museum reichlich. Hinzu kommt, dass Museen sich meist erst nach 30 bis 50 Jahren wirklich für die Gegenstände interessieren. Soll ein Objekt in eine Dauerausstellung übernommen werden, bleibt es etwa 20 bis 30 Jahre für das Publikum sichtbar.“

Die Aufregung in den sozialen Medien über die Zusammenarbeit von Jay Z und Beyoncé mit Tiffany & Co. , die in einem Portrait der beiden Stars vor einem Basquiat gipfelt, untersucht Julia Werner für die Süddeutsche Zeitung vom 28. August: „Die Geschichte ist eh aus anderen Gründen interessant: Sie ist ein Paradebeispiel modernen Luxus-Marketings. Das französische Luxuskonglomerat LVMH, das Labels wie Dior und Louis Vuitton besitzt und sich Marken einverleibt wie Homer Simpson Sol-Eier, schluckte 2019 Tiffany, für 16,2 Milliarden Dollar. Seitdem tut LVMH, was es am besten kann: konsequente Traditionshausentstaubung. Die Arnault-Familie, Besitzerin von LVMH, poliert gerne. Weswegen man Birkenstocks und Rimowa nicht mehr kaufen kann, will man nicht mit irgendeinem Influencer verwechselt werden. Man könnte auch sagen: Die Marken werden glattgeschliffen, bis gar nix mehr da ist außer: modernes Logo. Konsequenterweise wird dann eben auch ein Basquiat gekauft, weil er so gut in den Flagshipstore passt, also farblich gesehen.“ Das bringt den schlagzeilenträchtigen Teil des Kunstmarkts schön auf den Punkt.

Geldwäsche ist in Großbritannien auch nach dem Brexit ein Thema. Im Art Newspaper geben Paula Trommel und Christie Lewis Tips für Galeristen für den Umgang mit den Regeln.

Und hier noch ein Schwank aus den Untiefen des US-amerikanischen Rechtswesens, den Andrea Diener für die FAZ ausgegraben hat: Das berühmte Plattencover von Nirvana mit dem Baby, das einer Dollarnote hinterhertaucht, veranlasst das Model jetzt zu einer Schadenersatzforderung. Der heute nicht mehr ganz so junge Mann „verklagt die verbliebenen 'Nirvana'-Mitglieder, die Plattenfirma und den Fotografen wegen Kinderpornografie, da die später hinzugefügte Dollarnote ihn wie einen Sex-Worker erscheinen ließen. Seine Eltern hätten der Verwendung der Fotos zudem nicht schriftlich zugestimmt. Er sei gezwungen worden, sich zu prostituieren, habe lebenslange Schäden davongetragen und fordert als Kompensation 150.000 Dollar.“

Den im Alter von 95 Jahren verstorbenen Berliner Sammler Dieter Rosenkranz würdigt Christiane Meixner im Tagesspiegel: „Genau so hielt es Dieter Rosenkranz ein Leben lang mit der Kunst. Sozialisiert hat sie ihn vor über einem halben Jahrhundert mit allem, was damals dem Zeitgeist entsprach. Dort ist er nicht stehengeblieben, sondern neugierig auf alles zugegangen, was von Bedeutung für die jeweilige Gegenwart war. Vor allem aber wollte er seine Erfahrungen teilen und vermitteln, wie sehr ihn die Kunst für die 'Sensationen des Alltäglichen' zu sensibilisieren vermochte.“