Stephan
Zilkens
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Newsblog 26. KW 2026
So wenig wie diesmal habe ich noch nie auf der Art Basel und ihren Satelliten photographiert. Gerade mal 5 Bilder haben es auf die Platte geschafft. Liegt das jetzt daran, dass ich schon ziemlich viel in meinem Leben gesehen habe? Oder daran, dass Bilder für 35 Mio. USD keinen allgemeinen Reiz sie zu besitzen auslösen? Oder daran, dass das Angebot wenig Überraschendes und kaum etwas aus der vorher besuchten Biennale bereithielt? Das Angebot auf Unlimited war jedenfalls sehr überschaubar, wobei mich die sehr einfache, aber wirkungsvolle Klanginstallation von Nikita Kadan "Tryvoha" - Die Sirenen und der Mast am ehesten überzeugt hat. Voloshyn aus Kyiv war die Galerie dahinter, die allerdings nur auf der LISTE ausstellte. Insgesamt war es in Basel leerer, weniger Amerikaner, weniger Araber, weniger Asiaten - und trotzdem war die Messe für die meisten Aussteller sehr erfolgreich. - Mal sehen, wie das jetzt im Herbst in Paris sein wird. Manche unken ja schon, dass die Messe vollständig dorthin umzieht.
In jedem Fall kommt jetzt die große Sommerpause für die meisten Galerien - Man wickelt noch die Verkäufe ab, bereitet noch die nächsten Ausstellungen und Messen vor und dann ab in die Erholung, auch Sommerfrische genannt, wobei bei den aktuellen Temperaturen in Europa von Frische nicht wirklich die Rede sein kann. Stefan Kobel wird ab nächster Woche wieder seinen Halbjahresrückblick beginnen - Auktionen, Messen, Galerien nur die Reihenfolge steht noch nicht fest.
1983, als Nordstern die Grundlagen für die Kunstversicherung in Köln legte, war er als innovativer Leiter des kölnischen Kunstvereins unterwegs und hatte keine Scheu vor großen Tieren. Auf den Vernissagen der Nordstern-Kunstkalender war er gern gesehener Gast. Videokunst war einer der Schwerpunkte, die er entwickelt, salon- und marktfähig gemacht und damit Pionierarbeit geleistet hat. Später in Berlin und auch in Bremen hat er seine Spuren hinterlassen. Die Kölner Kunstszene der 80ger Jahre wäre ohne ihn deutlich ärmer gewesen. Jetzt ist Wulf Herzogenrath am 18. Juni im Alter von 82 Jahren in Berlin verstorben.
Cyber ist das neue Feuerrisiko - Entschuldigung, das wissen unsere Leser ja längst und trotzdem decken die wenigsten Galerien dieses Risiko über Versicherer ab. Die Kollegen von Zilkens Fine Art könnten da helfen ... . Jetzt hat das obere Belvedere einen Schaden, weil die Zertifikate noch nicht verkaufter NFTs gestohlen wurden. Den Dieben ist es allerdings nicht gelungen, die Verknüpfung des Zertifikats mit einem Bildschnipsel mitzurauben. Jetzt genügt es die Zertifikate neu zu erstellen. Allerdings werden die NFTs, die bei der Ausgabe 1.800 EUR gekostet haben im Sekundärmarkt nur mit wenigen 100 EUR bepreist, wie der Standard herausgefunden hat.
Großstädte mit einem entsprechenden kulturellen Erbe haben nicht nur die Verpflichtung dies zu erhalten und zu entwickeln - Sie haben auch ihre Bewohner vor Zerfall und Zerstörung öffentlicher Räume zu schützen. Die dafür zuständigen Verwaltungen sind nicht "die Stadt" wie man in der Presse gerne lesen kann - die sind eingesetzt und kontrolliert von den von den Bürgern gewählten Stadtparlamenten - und damit Teil der Bürgerschaft. Im Gegensatz zur Schweiz scheint dieser Ansatz in mancher Deutschen Großstadt weder den Verwaltern noch den Gewählten zu schmecken. Bei der Priorisierung kommen die Sozialausgaben immer vor der Kultur und die Gelder für die Drogenbekämpfung werden aus angeblichen Sachzwängen letztlich dem Kulturetat abgezwackt. Dabei legalisiert man noch die Kleindealer, um die Drogenabhängigen ausreichend mit Stoff zu versorgen. Wie krank ist das denn? Die Zeiten, dass Heroin das Hauptproblem darstellte, sind vorbei. Jetzt ist es Crack und im Gegensatz zu Heroin sind bisher fast alle Entzugsversuche gescheitert. Crack Abhängige sind leider, so grauenhaft das ist, so gut wie sicher zu einem frühen Tod verurteilt. Schon aus diesem Grund müsste man das Strafrecht auch für Kleindealer verschärfen, denn sie verkürzen bewusst und aus niedrigen Beweggründen das Leben von Menschen, die die Gefahr nicht sehen wollten oder gesehen haben.
Jetzt kommen endlich die Vorschläge der Rentenreformkommission auf den Tisch - Ergebnis: wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass! Gewerkschaften werden das anders sehen und sich ähnlich gestrig verhalten, wie bei Lohnforderungen oder flexiblen Arbeitszeiten. Die Lasten werden weiter auf die heute 20-40-Jährigen abgeschoben. Jedenfalls werden jetzt wieder viele mathematische Argumente ausgepackt - und offensichtlich ist das bei Mathematik jetzt so wie bei jeder Statistik: ich glaube nur der, die ich selbst erstellt habe - bei den Rentenexperten dürfte das ähnlich sein.
In der Schweiz verlässt Rico Meli die Allianz, wo er zuletzt als Branchenleiter Transportversicherungen tätig war. Meli kennt beide Seiten des Geschäfts gut - die der Broker und die der Versicherer - man darf gespannt sein, wo er wieder auftaucht.
Kommen Sie gut durch die erhitzte Woche - sofern die Meteorologen sich nicht irren -
Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Solothurn und Köln (dort zusätzlich stark durch Bauarbeiten belastet)