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Zilkens Newsblog Archiv

Newsblog 22. KW 2021

Guten Morgen liebe Leser von Kobels Kunstwoche und unseres Newsblogs,

nächsten Donnerstag beschert Fronleichnam wieder eine angenehme Unterbrechung im wöchentlichen Einerlei. Oder sollten etwa die bevorstehenden Lockerungen dem Leben mehr Abwechslung ermöglichen, Museumsbesuche gar oder etwa Galerien so richtig leibhaftig aufsuchen und Kunst real erleben - Das wird ein Schock, wenn man so manchem Kommentar glauben mag, da kommt uns ein christlicher Feiertag gerade recht, um sich von so viel Freiheit wieder zu erholen.

Es gibt sie, die Bundesagentur für Sprunginnovationen. Sie soll die Erfindungen fördern, die die Welt verändern und helfen, dass damit der Standort Deutschland nachhaltig gestärkt wird. Leider funktioniert sie nicht so richtig, weil die Regulierungswut der Parlamente den Bundesrechnungshof und das Ausschreibungsunwesen davor gesetzt haben. Auch das Besserstellungsverbot ist ein Hemmschuh für Institutionen, die eigentlich ihre Kraft frei von den Fesseln der öffentlichen Verwaltung entfalten sollten. Sie darf allerdings das instrument der "vorkommerziellen Auftragsvergabe" nutzen und damit mehrere Projekte zum gleichen Thema gleichzeitig fördern. Mit etwas weniger Misstrauen in die Bestechlichkeit öffentlich Bediensteter, denen man ja schon ab der Entgegenahme von Aufmerksamkeiten im Gegenwert von 5 EUR unterstellt dadurch beeinflussbar zu sein, wäre dem Land vermutlich mehr gedient.

Jetzt gibt es auch Museumsvereine, die Gendern zur Pflicht machen unter anderem mit dem Argument, die Universitäten betrieben es ja auch. Wir sind Fördermitglied in vielen Vereinen, sehen in der Genderei allerdings keinen Beitrag zu mehr Gleichberechtigung und Respekt vor der Vielfalt, sondern lediglich einen Ansatz Sprache ihrer Präzision zu berauben. Die Mitgliedschaft in diesen Vereinen ist freiwillig. Wir werden von unserer Freiheit Gebrauch machen.

Hurra - endlich gibt es Mittel zur Ertüchtigung der zum Teil ziemlich veralteten Sicherheitstechnik in Museen in Deutschland. Die Staatsministerin für Kunst und Kultur (Inland) bewilligt 5 Millionen EUR für 41 Projekte in 11 Bundesländern auch wenn die Kulturhoheit bei den Ländern liegt. In den anderen 6 Bundesländern ist sicher alles auf dem neuesten Stand. Das sind dann knapp 122.000 EUR pro Projekt. Voraussichtlich geht die Hälfte für Planungs- und Ausschreibungskosten drauf. Der billigste wird gewinnen, weil die meisten öffentlichen Verwaltungen wirtschaftlich nicht von billig unterscheiden können und zur Kontrolle ihrer eigenen (Un)Fähigkeiten sich noch weiter aufblähen müssen. Die Ankündigung kommt gerade 4 Tage nach einem Einbruch in Schloß Arundel in Großbritannien, bei dem Ausstellungsstücke (vornehmlich Schmuck) im Wert von 1,4 Millionen USD gestohlen wurden. Für den Leihgeber der Goldmünze, die aus dem Bode-Museum in Berlin gestohlen wurde, kommt das leider zu spät. Immerhin hat ihm aber die Berufungsinstanz jetzt 50% des entstandenen Schadens zugesprochen. Die durch Repräsentanten des Leihnehmers ausgelöste Obliegenheitsverletzung allerdings hat Bestand - sonst wären 100% des Schadens ersetzt worden. Es kommt bei Versicherungen immer auf das Kleingedruckte an und auf die Qualität des betreuenden Maklers. Nicht immer ist das Billigste das Wirtschaftlichste - unabhängig von der Versicherungsleistung hat der Leihgeber einen Anspruch gegen den Leihnehmer. Mal sehen, ob er davon Gebrauch macht. Bei einem verbleibenden Streitwert von ca. 2 Mio. EUR freuen sich die Anwälte. Die direkten und indirekten Rückflüsse aus den gezahlten Versicherungen der letzten 10 Jahre werden nicht reichen, um die Lücke im öffentlichen Haushalt zu stopfen.

Wir wünschen Ihnen eine Woche mit vielen Freiheiten und realem Kunstgenuss -

Ihr

Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker in Köln, Solothurn und Luxembourg