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Zilkens Newsblog Archiv

Newsblog 25. KW 2021

Liebe Leser von Kobels Kunstwoche und unseres Newsblogs,

Radiotelevisione Italiana ist eine ebenso kluge Gesellschaft, wie die Deutsche Bank oder Haniel. Sie hat früh angefangen Kunst zu sammeln und damit die Büros Ihrer Mitarbeiter auszustatten. Firmensammlungen stellen stille Reserven dar, die sich normalerweise den Bewertungskriterien der Feuerversicherung entziehen. Gut, wenn man seine Reserven pflegt und ab und an einen Restaurator allerlei Geschlechts drauf schauen lässt. Blöd nur, wenn der dann feststellt, dass es sich bei dem Werk um eine Fälschung handelt. Noch blöder, wenn sich herausstellt, dass vor 30 Jahren genau das Werk auf einer Auktion versteigert wurde, obwohl es da schon der RAI gehörte. Das soll in großem Stil funktioniert haben - man spricht von 30 Millionen EUR, die die RAI durch die Veruntreuung von Kunstwerken durch die eigenen Mitarbeiter verloren hat. Die meisten Taten liegen schon sehr lange zurück und sind verjährt. Sollten sie versichert gewesen sein, darf sich der Versicherer vielleicht nicht ruhig zurücklehnen. Schäden müssen unverzüglich gemeldet werden - entdeckt wurden sie vor kurzem, eingetreten sind sie vor Jahrzehnten. Das freut doch jedes Juristenherz (bitte gendern, wer meint dadurch zu mehr Gerechtigkeit beizutragen). Sollte die Kunst nicht versichert gewesen sein gab es vielleicht eine Vertrauensschadenversicherung? Gibt es die Versicherungsgesellschaft heute noch nach den Fusionsarien der Vergangenheit? Wer ist der Rechtsnachfolger? Möglicherweise eine Run-Off Gesellschaft?

Es ist noch keine zwei Jahre her, da war das Büro von Sotheby‘s in Köln plötzlich verwaist. Neuer Inhaber - neue Strategie. Plötzlich kommen Sie zurück und wählen gerade Köln zu ihrem neuen Standort für den „Mittelmarkt“ in Kontinentaleuropa. Für die erfolgreichen Häuser am Platz van Ham und Lempertz wird das eher Ansporn als Bedrohung. Ersteres hat gerade mit der Sammlung Lauffs einen white glove sale geschaftt (alles weg) und Lempertz gelangen zwei Millionen Zuschläge in der Moderne Auktion am 17.Juni. (Yves Klein und Zdenek Sykora). Darüber hinaus dreht sich das Personal Karussell: Dr. Anke Charlotte Held, bis vor kurzem noch Spezialist für Altmeister bei Christies, ist nun für Lempertz in Köln tätig.

Ketterer in München hat vergangenen Samstag Teile der Sammlung der Deutschen Bank versteigert. 9 Zuschläge im 7stelligen Bereich sind wohl Deutscher Rekord. Darunter ein Werk von E.W. Nay für 2,25 Mio. EUR - auch ein Rekord. Der Markt scheint sehr aufnahmefähig.

Versicherungen haben es schwer - in der Regel sind sie immer die Dummen: das war schon in der Schule so, wenn unsere Lehrer (noch völlig genderfern) Ausflüge und Aktionen unter Hinweis auf versicherungstechnische Gründe verbaten, weil ihre eigenen Argumente zu schwach waren oder gerne auch im Fernsehen, wenn ein gewisser Negativcharakter namens Stromberg eine ganze Branche verunglimpfen darf. Dummes Zeug - Stromberg ist natürlich der Gipfel hohen Intellektuellen Witzes und Ausdruck feinsinniger Ironie… . Die Galerie Lehmann in Dresden musste jetzt eine geplante Aktion der Künstlerin Stephanie Lüning absagen, weil versicherungstechnische Gründe dagegen sprachen. Wir wurden nicht gefragt … .

Morgen, Dienstag um 10:00 Uhr ist Rosi dran - Return on Security Investment! Hahn Id Stellt sein Tool zur Bewertung vor - von uns kommen ein paar Aussagen zum Thema Kunstversicherung und Risikomanagement.

So langsam sollen die Kunstmessen jetzt doch stattfinden - Wien hat gerade eine ganze Serie kleinerer Messen ausprobiert. Im November gibt es die Art Cologne und das 10. Kölner Kunstversicherungsgespräch - wir arbeiten zur Zeit am Thema. Die Auswirkungen der Gallery Climate Coalition auf die Risikosituation bedarf einer breiteren Betrachtung, zumal die Versicherungswirtschaft Seetransporten, freundlich formuliert, immer noch sehr zurückhaltend gegenüber steht.

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Woche mit zunehmenden Reisefreiheiten

Ihr Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Köln, Solothurn und Luxembourg