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Zilkens Newsblog Archiv

Newsblog 27. KW 2021

Guten Morgen liebe Leser von Kobels Kunstwoche und unseres Newsblogs,

fast alles wieder normal - die Menschen haben Urlaub und fliegen in die Sonne, halt nur ein bisschen selektiver. 14 Tage Quarantäne kann sich keiner leisten. Geimpft wird auch und nach anfänglichem Stottern klappt es jetzt ganz ordentlich in Österreich, der Schweiz und Deutschland. Andere Länder müssen zur Zwangsimpfung greifen, damit die Skeptiker nicht zur Gefahr für die Impfwilligen und die Wirtschaft werden. Russland z.B. hat den Kündigungsschutz gelockert: Impfverweigerer können ihren Job verlieren.

Denkmäler in Nordrhein-Westfalen kommen in Gefahr, weil die Landesregierung das Denkmalschutzgesetz ändern will. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat eine Petition gestartet, die vom Verband Deutscher Kunsthistoriker unterstützt wird. Es fehlen noch 21.000 Unterschriften für das Quorum. Die Fachkompetenz der Denkmalbehörden soll durch die Fähigkeiten von Lokalpolitikern ersetzt werden. Zahnlos ist die Denkmalpflege ja schon lange, weil sie keine Mittel hat mit denen sie Bauvorhaben in ihremSinne beeinflussen kann, lediglich ein bisschen Steuern sparen zur Motivation. Also müssen die Denkmalpfleger allerlei Geschlechts gut argumentieren, um in einer Gesellschaft in der Geiz immer noch geil ist die Bauherren und Eigentümer davon zu überzeugen, Bausubstanz und Charakter eines Gebäudes unter Einhaltung der vorgeschriebenen Umweltauflagen zu erhalten. Maßgefertigte Kreuzstockfenster sind eben teurer als durchgehende Fensterflächen mit aufgeklebten Sprossen. Es trifft ja nicht nur angeblich herrschaftliche Bauten - die zunehmende Flucht aus den organisierten Kirchen führt dort zu finanziellen Engpässen, die auch zur Aufgabe von Gemeindestellen führt. Immer weniger Kirchen werden zu ihrer eigentlichen Aufgabe genutzt. Die meisten stehen unter Denkmalschutz in der Regel auf attraktiven Grundstücken. Was kann man nicht alles Schönes darauf entwickeln ... - Es wird aber auch Industriebauten aus dem 19. und 20. Jahrhundert treffen oder Arbeitersiedlungen aus den 20ger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Den viel zitierten Enkeln multidiverser Zuordnung wird irgendwann das Anschauungsmaterial fehlen.

A Propos divers: Der Begriff ist ja jetzt Mode, um nicht zu sagen Programm im Kulturbetrieb. Museen müssen ein diverses Publikum ansprechen hört man jetzt von überall - als ob das was Neues wäre. Museen haben im wesentlichen 3 Kernaufgaben: Sammeln und Bewahren, Forschen, Bilden und Vermitteln - und das möglichst so, dass jeder (m/w/d/l/g/b/t/q/i) die Möglichkeit hat das Angebot zu nutzen. An manchem Ort kommt es einem allerdings mittlerweile so vor, dass der Erfolg eines Hauses daran gemessen wird, wie sehr es gelingt Menschen ins Haus zu holen, die bisher dort nicht waren. Das bisherige Stammpublikum wird dabei fröhlich ignoriert und bleibt weg. Noch sprudeln ja die Mittel der Fördervereine und der öffentlichen Haushalte. Integration wüde bedeuten, dass man alle mitnimmt. Das allerdings kostet viel Schweiß der schon dafür vergossen wird, ständig am Gender Pendel rumzustupsen.

Wenn Restauratoren zu hilfsbereit sind landen sie zwischen den Mühlsteinen von unversöhnlichen Juristen. Zu Ostern will Jurist 1 (J1) seiner Frau ein frisch restauriertes Bild schenken, dass er von Jurist 2 (J2) mündlich erworben hat. Es geht um eine fünfstellige Summe. J2 verkauft ab dem Ort, wo sich das Werk befindet - also beim Restaurator (R). J1 beauftragt R den Transport zu organisieren, weil Ostern vor der Türe steht und die Überraschung groß sein soll. R fragt einen Kunsthändler (K), ob er jemand kenne, der das so schnell könne. K bietet seine Dienste an und erhält den Auftrag, den er leider nicht ordnungsgemäß ausführt. Das Osterei ist kaputt. J1 tritt vom Kauf zurück und J2 verklagt K auf Zahlung des Kaufpreises. Vermittlungsversuche von R mit dem Hinweis nach erfolgreicher Restaurierung sei der Marktwert höher als der vereinbarte Kaufpreis scheitern, weil J2 das Kostenrisiko nicht tragen will und es ihm auch keiner abnimmt. Nun beschäftigen sich Deutsche Gerichte mit dem Fall und der Versicherer von K versucht diesen als Frachtführer mit seiner beschränkten Haftung darzustellen, was bei J2 nicht vefangen will. Zu guter letzt soll jetzt R in Haftung genommen werden, weil er im Auftrag von J1 den Transport beauftragt hat. Verwirrend und spannend zugleich - und noch nicht mal von einer ersten Instanz entschieden - aber Futter für Examensarbeiten der zukünftigen Jots allerlei Geschlechts.

Glückliches Griechenland - Der dem griechischen Volk für seinen Widerstand gegen die Nazis von Picasso geschenkte ebensolche ist wieder zurück zusammen mit einem frühen Mondrian, die beide aus dem griechischen Natinalmuseum vor mehr als 10 Jahren gestohlen wurden. Bei der stolzen Präsentation der Verfolgungsbehörden ihres Fahndungserfolges fiel leider eines der Bilder von der Staffelei. Bilder sind zäh, ein Totalschaden ist nicht zu beklagen und die Versicherungswirtschaft war da wohl auch nicht involviert.

Rosa Barba wird die Eröffnungsausstellung in der von Chipperfield restaurierten neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe ab dem 22. August bespielen. "In a perpetual Now" wird sie heissen - Perpetuierend in einem Wort geht auf Deutsch nur als Fremdwort oder trifft "das immerwährende Jetzt" die Idee der Künstlerin? Eher nicht, denn es geht ja auch um Fortsetzung in Veränderung.

Womit wir beim Autor wären, für dessen lateinischen Ursprung auctor, auctoris, m/f laut Navigium 9 Bedeutungen in Frage kommen. Von der ersten: Urheber, Anstifter, Veranlasser lässt sich wohl der Anstifter am ehesten auf Frau Baerbocks Tätigkeit als Autorin anwenden. Es gäbe da noch Schöpfer, Erzeuger, Vater, Ahnherr, Stifter, Geschichtsschreiber, Erfinder - um nur einige zu nennen - zur Auswahl - aber das passt wohl eher weniger. Sie ist seit 2013 Abgeordnete im Bundestag und seit 2018 Parteivorsitzende der Grünen. Wo bei dem Terminkalender noch die Zeit herkommen soll, wenn man es mit seiner Familie ernst nimmt, ein eigenes Buch zu schreiben wissen die Götter. Da gibt es im Abgeordnetenbüro und der Partei genügend Helfer, die ungenannt aber mit Geschwindigkeit etwas zusammenschustern. Ghostwriter nennt man so etwas nicht nur bei Redenschreibern. Und die haben halt schlampig gearbeitet. Es handelt sich also eher um ein Scheinbuch - so ähnlich wie der Scheinriese TurTur bei Jim Knopf, aber das ist eine andere Geschichte.

Wir wünschen allen eine beschwingte Woche mit Kunstgenuss ohne Einschränkungen

Ihr

Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker in Köln, Solothurn und Luxembourg