Stephan
Zilkens
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Newsblog 29. KW 2026
Die Allianz hat Jahrzehnte lang ihre Ausschließlichkeitsorganisation mit den Provisionsmodellen der Lebensversicherung aufgebaut - eigentlich ist das für alle Gesellschaften, die mit weisungsgebundenen Agenturen arbeiten, das Geschäftsmodell. Jetzt hat Oliver Bäte, der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, in einem Pressegespräch durchblicken lassen, dass er das Produkt für ein Auslaufmodell hält. Man darf gespannt sein, was an dessen Stelle treten soll. Wenn es nach Linken und Gewerkschaften geht jedenfalls kein aktienbasiertes Rentenmodell, weil die bösen Spekulanten da das Geld des "kleinen Mannes" (was für eine Beleidigung) verzocken. Mal nach Schweden oder Norwegen schauen, wo es solche Lösungen schon lange gibt, weil die dortigen Arbeiterbewegungen weiterdenken können als bis zum rückwärtsgewandten Verweigerungskampf jedweder Neuerung. Womit wir bei VW und anderen Schlüsselindustrien in Deutschland sind, die sich auch im Würgegriff der Gewerkschaften befinden. Trump sitzt in irgendeinem seiner Flieger und klatscht sich die Schenkel vor Vergnügen, weil Deutschland insbesondere, aber auch Europa in einer Regulierungs- und Personalkostenfalle stecken, die die Entwicklungsmöglichkeiten mit eigener Kraft aus dem Sumpf zu kommen für die großen Arbeitgeber nur durch Sitzverlegungen ins Nicht-Europäische Ausland eröffnen.
Länger als der erste Weltkrieg dauert jetzt bereits der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Russland versucht alles, um die Ukrainische Identität und das kulturelle Erbe zu zerstören und bombardiert Nacht für Nacht im Wesentlichen zivile Ziele. Die Freiheit Europas wird in der Ukraine verteidigt, denn es besteht kein Grund darauf zu hoffen, dass Menschen, die permanent Kriegsverbrechen begehen, sich nach Erreichen von Zwischenzielen ihrer humanitären Verantwortung stellen. Sie werden sich nicht vor Gerichte für Menschenrechte bringen lassen, sondern mit aller Gewalt weiterkämpfen. Die Ukrainische Armeeführung hat jetzt die Soldaten mit einem Handbuch zum Schutz von Kulturgut ausgestattet. Sie macht so internationale Gesetze den Soldaten zugänglich, damit selbst das kulturelle Erbe des Angreifers im Konflikt geschont wird. Die Regeln gelten unabhängig von der Nationalität.
Wir wundern uns, dass das politische Personal in unserem Land so ziemlich schlicht und wenig anregend, bis gar nicht begeisternd ist? Selbst schuld - da kommt mal ein Strahlemann zu Guttenberg und verfängt sich in Muttis Reusen aus Journaille, Neid und angeblicher Gerechtigkeit. Der Nervpegel wird so lange hochgehalten, bis der Kandidat das Weite sucht. Fehlerkultur? Fehlanzeige! Auf sehr viel tieferem Niveau spielt sich das jetzt in Berlin ab - da ist ein regierender Bürgermeister unterwegs, der auch Privatleben hat. Er macht Fehler, er strahlt nicht, er bewegt nichts, aber er hält für seine Parteifreunde die Plätze. Trotzdem, nun geht er und es klingt wie unehrenhaft aus dem Dienst entlassen! Warum? Er hat zur falschen Zeit Tennis gespielt und nicht an seinem Heldenepos gearbeitet. Ein langweiliger Biedermann, wie so viele allerlei Geschlechts in der Politik. Und wir wundern uns, dass wir keine interessanten Leute mehr in der Politik sehen? Gysi - hat sich verbraucht; Wagenknecht - hat sich verehrgeizt; Wehner - hat sich ins Jenseits zurückgezogen um mit FJS gepflegt die Klinge zu kreuzen; Merz - ist noch da und hofft, dass sein Kommunikationsberater mal besser ist als Steingarts morgendliche, als konstruktive Kritik verkleidete, Besserwisserei. Und der Nachwuchs? Knattert entweder verbal wie ein Schnellfeuergewehr oder verströmt parteikonforme Langeweile. Die Eliten? - halten sich zurück zum Schaden der Demokratie und schützen sich so vor mangelnder Fehlerkultur im Land. Die Herrschaft des Volkes - Demos Chretein , oder vielleicht doch eher französisch Demo Crétin, denn dort scheint sich eine Mehrheit für eine Verbrecherin zu begeistern ohne jedes schlechte Gewissen. Abgewandelt nach Hildegard Knef und Brigitte Mira: In der Polis sind alle Verbrecher, ihre Moral ist ein finsteres Loch. Hat tausend verschiedne Gemächer, aber wähln, aber wähln tun wer se doch.
Nach der Devise: gehe mit der Zeit, sonst gehst du mit der Zeit habe ich mir jetzt mal TIKTOK angeschaut und ich bin entsetzt wie manipulativ einzelne Beiträge gestaltet sind. Sie verstärken vorhandene Meinungen und blenden kritische Stimmen aus. Da könnte man fast zum Wagenknecht oder Reichinek Fan werden, wenn man es nicht besser wüsste. Cui bono ? - Wem nützt es? Am wenigsten einem argumentativen Umgang miteinander im Ringen um die besten Lösungen.
Was Versöhnliches zum Schluss: Wulf Herzogenrath, der langjährige Leiter des kölnischen Kunstvereins und Mitgestalter in den70gern und 80gern an Kölns Ruf als Weltmetropole der Avantgarde ist vor wenigen Wochen gestorben. Im Kölnischen Kunstverein fand gestern eine Gedenkveranstaltung statt, die mit zum Besten gehörte, was in den letzten Wochen zu erleben war. Der ehemalige Chef des Kölner Diözesanmuseums, Stefan Kraus, hat dabei eine Rede gehalten, die so facettenreich und brillant war, dass man Sie gerne öfter hören würde. Zum Schluss gab es noch ein Gastgeschenk aus dem Alexander Verlag in Berlin, mit dem Wulf Herzogenrath Auszüge aus seinen Gästebüchern publiziert hat. Ein Kompendium reicher Begegnungen mit der Entwicklung zeitgenössischer Kunst.
In diesem Sinne allen eine Woche friedlich-sommerlicher Wärme im Herzen und viel Freude bei Kobel‘s drittem Halbjahresrückblick.
Stephan Zilkens mit dem Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Solothurn und Köln