Zilkens Newsblog

Berlin Fasanenstrasse
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Portraitfoto von Dr. phil. Stephan Zilkens

Stephan Zilkens

Newsblog 30. KW 2026

So langsam machen sich überall die Sommerferien bemerkbar. Erstaunlicherweise haben die Parlamentarier mehr als sechs Wochen Urlaub vom Gesetzgebungsbetrieb. Einer von ihnen hat sich jetzt entschlossen seiner geliehenen Macht ein bisschen zu entsagen, in dem er sich um seine Mutterfreuden kümmert. Ganze 46 Jahre zählt er jetzt, davon hat er 24 Jahre im Deutschen Bundestag verbracht. Es dürften auch noch einige mehr werden, die auf eine ausreichende Altersversorgung einzahlen. Vorher hatte er eine Banklehre absolviert. Dass er jemals irgendwo einem ordentlichen Beruf nachgegangen ist – also nicht als Politiker – ist nicht überliefert. Das erklärt vermutlich auch die Hybris mit der er meinte über dem Gesetz und den Leitplanken seiner Partei zu stehen. Seine Glaubwürdigkeit im öffentlichen Leben hat er vollständig verbraucht und es ist gut, dass der Bundeskanzler hier endlich einmal Führung gezeigt hat. Neben vielen anderen ist auch er ein Beispiel dafür, dass es durchaus Sinn macht, wenn Parlamentarier, bei aller Wertschätzung ihrer parlamentarischen Routine und Erfahrung, spätestens alle acht Jahre wieder in ihren normalen Beruf zurückkehren, um die Bodenhaftung nicht zu verlieren. Solange wir demokratisch verfasst sind sollten wir uns diesen Luxus leisten können. Vielleicht schafft das auch eine andere Kultur im Umgang miteinander und bringt auch strahlendere Köpfe ins Angesicht der Wähler.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten hat es die Kultur besonders schwer ausreichend in den öffentlichen Haushalten berücksichtigt zu werden. Bürokratie spielt dabei noch eine zusätzliche Rolle, denn sie frisst Ressourcen die man eigentlich gut gebrauchen kann. Der Deutsche Kulturrat hat jetzt Vorschläge unterbreitet, die dabei helfen können mehr Geld direkt für die Kultur zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig völlig unsinnige bürokratische Verhaltensweisen in die Tonne zu treten. Bürokratieabbau hat viel mit Vertrauen zu tun oder andersherum Bürokratie im Übermaß ist ein Ausdruck von Misstrauen. Womit wir wieder bei den unterschiedlichen Stufen von Parlamenten und Kontrollorganen sind, die zwar gewählt sind aber deren ausführende Organe sich immer weniger an Inhalten ausrichten als vielmehr an Meinungsumfragen, von denen sie hoffen, dass kongruentes Verhalten zum Machterhalt beiträgt. Zu kompliziert formuliert? Kurzfassung: man versucht es allen recht zu machen ohne seinen eigenen Kopf zu benutzen. Und es ist völlig egal ob wir über Brüssel, Berlin, die jeweiligen Länderparlamente oder Stadt und Dorfgemeinden sprechen. Funktion und Verhalten sind stets übertragbar. Solange wir in einem Land leben, in dem ein Kulli, der fünf Euro kostet, bereits als Bestechungsversuch gewertet wird, ist neben Neid und Missgunst das mangelnde Vertrauen in die Vernunft der Handelnden Leitmerkmal der jeweils Regierenden.

Jetzt sind Ferien und diese Fußballweltmeisterschaft endlich auch vorbei. Wir werden vermutlich feststellen müssen dass die anständigen Länder keine Lust haben Infanttino vom Sockel zu stoßen. Auch hier könnte man Mittel einsparen, wenn nicht das nationale Herz so sehr an Weltmeistertiteln hing. Jetzt sind erst einmal Ferien von denen Stefan Kobel zurückgekehrt ist mit vielen neuen Artikeln aus der Presse in Sachen Kunstmarkt. Wir gratulieren dem neuen Weltmeister Spanien und wünschen ansonsten eine geruhsame Woche ohne Tiefen

in diesem Sinne grüßt Stephan Zilkens mit dem Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker in Solothurn und Köln