Stephan
Zilkens
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Newsblog 33. KW 2026
Es ist schon ziemlich blöd, dass es seit Monaten nicht mehr richtig regnet! Die Flüsse haben Tiefststände erreicht und bringen damit weltweite Logistikketten ins Wanken. Man merkt plötzlich wie wichtig die Flussschifffahrt ist. Hilfsweise sollen jetzt die LKWs auch wieder sonntags und samstags über die Autobahn rollen. Eigentlich die richtige Maßnahme! Man kann es nur begrüßen, dass die Regierungen in Bund und Ländern dafür sorgen, dass in Deutschland weiter produziert werden kann und Waren zu den Verbrauchern kommen. In dem Zusammenhang irritiert gewaltig, dass so genannte Umweltschutzorganisationen, wie NABU und Konsorten dagegen wettern und am liebsten wohl Pferdekarren auf die Straße bringen würden, weil man den Dung ja auf die Felder bringen kann. Jetzt sollte der letzte begriffen haben, dass grüner Radikalismus sich in Notsituationen ohne Not gegen die Bevölkerung richtet.
Die Welt wird leider nicht friedlicher: Russland hört nicht auf die Zivilbevölkerung in der Ukraine zu bombardieren, USA und Iran finden keine Lösung und das Verhalten der auch radikalen Ayatollahs hört sich nicht so an, als seien Sie an einer friedlichen Lösung interessiert. Im Kern geht es dann wohl auch um die Auseinandersetzung zwischen Schiiten und Sunniten und die Art wie die ausgetragen wird erinnert gewaltig an die früher Neuzeit, wo der 30-jährige Krieg auch über die richtige Religion in der jeweiligen Gegend entscheiden sollte. Das sind immer schlechte Zeiten für Kulturgüter. Es gibt zwar heute eine Menge internationaler Abkommen, die Kulturgut bewahren sollen. Aber wenn es darauf ankommt ist es den jeweilig Kämpfenden völlig egal, was sie gerade zerstören oder rauben – Hauptsache damit ist ein Stück Identitätsbindung für den Gegner zerstört.
Wir lernen ja gerade in unseren föderalen Strukturen, dass Schnittstellen-Management eine riesige Herausforderung ist, wenn es um Sicherheit und Verteidigung geht. Das gleiche trifft auch auf den Kulturgutschutz zu. Bund, Länder, Gemeinden, Institutionen, Stiftungen, Kirchen, andere Gemeinschaften und Religionen definieren jeweils für sich, was sie als Kulturgut ansehen. Die wenigsten Häuser – und hier denke ich im Wesentlichen an Museen oder religiöse Kultureinrichtungen – haben eine konkrete Liste der wichtigsten Objekte für die sie Verantwortung tragen. Noch weniger haben Sie einen Plan aus dem hervorgeht, unter welcher Gefahrenlage was, wie zu retten ist. Vorbestimmte Lagerkapazitäten, wenn Kulturgut in Gefahr gerät, gibt es auch nicht. Das würde ja Bereitstellungskosten verursachen und die belasten den Kulturetat, und den möchte mancher Politiker, egal welchen Geschlechts, gerne schrumpfen. Die Forderungen, die heute auf unserem Titelbild stehen sind alle berechtigt. Es fragt sich, wer die Verantwortung dafür übernehmen wird dieses hochkomplexe Regelwerk verbindlich zu installieren. Auch hier bedarf es eines Mentalitätswandels. Die Gefahren für das Kulturgut kommen eben nicht nur während der Arbeitszeit. – Oft freitags nach Dienstschluss und ohne Anspruch auf Feiertagszuschläge. Und die Versicherungswirtschaft kann nicht alles auffangen, wohl aber beim Risikomanagement unterstützen.
Kommen wir zur erwartenden Hitzewelle zurück: die Museen sind unsere Rettung, denn sie sind in der Regel klimatisiert und tagsüber meist von Dienstag bis Sonntag geöffnet. In manchen Städten verzichtet man in dieser Notsituation sogar auf Eintrittsgelder. Die Energiekosten laufen sowieso weiter, weil sie zur Erhaltung der Objekte erforderlich sind. Wenn es den Kunstwerken dann gelingt die Menschen zu erreichen und den Wert individueller Freiheit zu vermitteln wäre schon zusätzlich viel gewonnen.
Anfang September wird in Sachsen-Anhalt gewählt, ein Schelm der jetzt noch daran glaubt, dass die aktuellen Wahlumfragen völlig anders in der Realität eintreten. Menschen die Angst vor der Zukunft haben verklären eine Vergangenheit bei der sie das Unglück ihrer Vorfahren locker ausblenden, weil sie sonst anders wählen müssten. Hoffen wir, dass in diesem Prozess die Grundwerte der Menschlichkeit nicht untergehen.
Lassen Sie uns mit Zuversicht nach vorne schauen – die Kunst findet gerade in den schwierigsten Situationen immer einen Ausweg.
In diesem Sinne wünscht Ihnen einen guten Start in die Woche Stephan Zilkens mit dem Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Solothurn und Köln.