Stephan
Zilkens
,
Newsblog 35. KW 2026
Das Wichtigste vorne weg! Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH sucht Menschen, die Spaß an Kunst und Versicherung haben und insbesondere vor kundenorientierter Arbeit keine Manschetten! Wer sich angesprochen fühlt, meldet sich bitte bei Petter Börgers oder bei den Kollegen im Personalbereich der Attikon.
Ich bin jetzt seit einigen Tagen im Baltikum unterwegs. Zuerst in Litauen und jetzt in Lettland. Was auffällt ist, dass jede, aber auch jede offizielle Institution – egal ob Museum, Polizeiwache, Regierungsgebäude oder was auch immer – Solidarität mit der Ukraine zeigt. Meistens ist doppelt geflaggt: mit der entweder litauischen oder lettischen Fahne und immer kombiniert mit der ukrainischen. In jedem Museum auf jeder Eintrittskarte immer auch der Hinweis: We stand with Ukraine. Wer in die Geschichtsbücher guckt, versteht warum. Russland und später die UdSSR haben mehrfach die Länder des Baltikums überfallen, vereinnahmt oder unterjocht. Das konnten die Zaren genauso gut wie die kommunistischen Brüder in Moskau. Lettische Künstler wurden unter fadenscheinigen Begründungen zu Spionen erklärt und bereits 1938 hingerichtet, bevor Moskau 1940 sich Lettland einverleibte. Die anderen Künstler überlebten nur, weil sie sich an den sozialistischen Realismus angepasst haben. Offen gesagt, ziemlich müllige Kunst, die da so ins Auge springt, wenn man vorher sieht, wie die Entwicklung eher dicht an Matisse und anderen Franzosen allerlei Geschlechts orientiert war. Alles locker im lettischen Nationalmuseum nachzuvollziehen.
Es ist weiterhin erstaunlich, dass sich nationale Identität trotz massiver Okkupation durch Drittstaaten im Inneren, der sich lettisch fühlenden Bevölkerung erhalten hat. Weder dem deutschen Orden, noch Schweden noch Russland ist es gelungen, Lettland zu null aufzulösen. 1991, als viele Staaten des ehemaligen Soviet Reiches eigene Staatsformen ausbildeten, war dies der Moment, wo das alte Zusammengehörigkeitsgefühl wieder erstand. Und das soll auch heute noch so weitergehen! Kein Mensch, mit dem wir hier gesprochen haben, wünscht sich Verhältnisse wie sie vor 1990 existiert haben. Den Blödsinn, den unsere Brüder und Schwestern im Deutschen Osten jetzt wählen wollen – wenn die Auguren recht behalten - kann man nur dadurch erklären, dass man ihnen vorher bereits das Rückgrat ausgerissen hat, das sie heute dringend bräuchten, um dummen Verführern, und jetzt wirklich allerlei Geschlechts, zu widerstehen. Die Naivität, mit der weite Teile der deutschen Öffentlichkeit heute mit den russischen Aggressoren umgehen, verlernt man, wenn man in die baltischen Staaten reist sofort. Auch Polen kann davon ein Lied singen, denn nach der dritten polnischen Teilung Ende des 18. Jahrhunderts gab es das Land nicht mehr! Es lebt heute weiter in etwas anderen Grenzen, aber mit einem Nationalstolz, den man verstehen kann. Und vor dem sich auch kein Pole schämt. Andererseits sind sie sehr an einer europäischen Ausrichtung interessiert, ohne dabei ihre eigenen Interessen völlig aus den Augen zu verlieren. Alles nicht verwerflich und letztlich, wenn man lernt, Kompromisse positiv zu werten, zum Wohle Europas. Es könnte nur etwas schneller gehen.
Die Versicherungswirtschaft beschäftigt sich derweil mit neuen Risiken, die aus der neuen Erfahrung extremer Trockenheit erwachsen, aber auch aus Drohnen- und Cyberangriffen, die man in der Vergangenheit nicht kannte. Versicherungsbedingungen werden angepasst, Selbstbehalte erhöht und Prämien neu kalkuliert.
Beinahe hätte ich geschlossen mit: „im Westen, nichts Neues“ wenn da nicht ein Donald Trump wäre, dessen narzisstische und auf seinen eigenen Wohlstand orientierte Handlungsweise die Welt immer vor neuere Irritationen stellte. Man wacht selten seit einem Jahr auf, ohne dass man mit erratischen Neuigkeiten dieses Herrn befasst würde; oder hilft hier die alte, österreichische Devise: ned amol ignorieren?
In diesem Sinne allen einen guten Start in eine hoffentlich normale Woche.
Wünscht Stephan Zilkens, zusammen mit dem Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH, Solothurn und Köln