Zilkens Newsblog

Weisheit besiegt Kriegsgöttin gesehen im Liebighaus Frankfurt  Photo Stephan Zilkens
Weisheit besiegt Kriegsgöttin gesehen im Liebighaus Frankfurt Photo Stephan Zilkens
Portraitfoto von Dr. phil. Stephan Zilkens

Stephan Zilkens

Newsblog 8. KW 2026

Dienstag Nacht wird der Nubbel verbrannt - dann ist Schluss mit Karneval und die Fastenzeit beginnt - zumindest für gläubige Katholiken. 40 Tage später ist dann Ostern. In den Zeiten, wo diese Regeln entstanden galt der Wolf als Raubtier, weil er den Bestand der Schafs- und Rinderherden, die Nahrungs- und Wirtschaftsgrundlage bildeten, gefährdete. Der Wolf ist immer noch ein Raubtier aber die wenigsten Menschen in den alten Europäischen Kernlanden haben noch Schafsherden, geschweige denn ein Gefühl für die existenziellen Zusammenhänge von Natur. Biodiversität ist das Stichwort und jeder der seine Erziehung noch mit "Rotkäppchen" oder Prokofieffs "Peter und der Wolf" erfahren hat gilt als ängstlicher Hinterwäldler. Jetzt hat ein Wolf den Karnevalsumzug einer Kleinstadt aus Sicherheitsgründen zum Stoppen gebracht! - und wer schlachtet die Ängste der Hinterwäldler aus? - Die AfD! . Wenn man die Menschen nicht mitnehmen kann - auch wenn man sich im Gefühl der absoluten Wahrheit wähnt - sollte man die Ängste nicht unterschätzen. Wer die zielgerichtet adressiert schafft sich seine Mehrheit. Das haben wir in Deutschland schmerzvoll schon einmal erlebt und es droht jetzt ein weiteres mal. Die USA zeigen, wie man gerade auch über die neuen Medien Ängste bedient und manipuliert. Homo Homini Lupus hieß es im alten Rom - der Mensch ist des Menschen Wolf. In unserer, urbanen Welt sollten wir akzeptieren, dass wir ursprünglich von Jägern und Sammlern abstammen, denen der Erhalt ihrer Herden wichtiger war, als das Überleben eines Raubtiers.

Vor 20 Jahren wurde in Berlin die Ausstellung „Die Mendelssohns in der Jägerstraße“ in der Remise des Hauses Jägerstraße 51 nahe dem Gendarmenmarkt als Dauerausstellung eröffnet – unterstützt durch die Stiftung Preußische Seehandlung und die Lotto-Stiftung. Seitdem hat sich die Mendelssohn-Remise als Museum, Konzertsaal, Dialogforum und Geschichtswerkstatt zu einem besonderen, einzigartigen Ort in der Friedrichstadt und für Berlin entwickelt. Mit deutsch-jüdischen Geschichten engagiert sie sich hier gegen Ignoranz und Antisemitismus, für Dialog und bürgerliche Verantwortung. Deshalb lädt sie zum Feiern ein: zu einem Dankes- und Gratulationsabend mit Musik, Fotos, Erinnerungen, Besucherecho & Grußworten … - am 26. Februar ab 19:00 Uhr in der Mendelssohn Remise in Berlin. Anmeldungen unter reservierung@mendelssohn-remise.de erbeten.

August Gaul war Bildhauer - das Liebighaus widmet ihm eine Ausstellung zwischen den eigenen Beständen. Anders als bei Kentridge funktioniert das diesmal leider nicht so gut. Die optischen und assoziativen Bezüge sind weniger reizvoll. Aber einzelne Werke sind schon spannend, wie die auf Athenas Kopf sitzende Eule, die Gerhard Hauptmanns Schreibtisch geziert haben soll.

Womit wir bei Georg Kaiser, genauer Friedrich Carl Georg Kaiser (1878 - 1945) wären. Kennt den jemand? Ab 1933 wurden seine Stücke in Deutschland auch nicht mehr gespielt. Bis dahin soll er einer der erfolgreichsten und meistgespielten Theaterautoren in Deutschland gewesen sein. 70 Dramen hat er verfasst. Alfred Kerl fand nicht alles gut - Gut aber ist die Inzenierung der "Bürger von Calais" im Frankfurter Kellertheater, die diesen Autor wieder ins Gedächtnis ruft. Bei allem Gezänk über verschwurbelte Sprache gelingt es dieser nur aus Laienschauspielern bestehenden Truppe ohne Mikrofon Theater zu spielen in einer Weise, wie man sie gerne mal auf den subventionierten Bühnen wieder erleben würde. Keine Puppen, Keine Mikrofone die schlecht Gesprochenes in die letzte Reihe transportieren, Keine Kameras, die zusätzliche Bilder erzeugen, Keine Verstärker, Keine Optischen Effekte, Keine Regisseure, die sich über Stück und Schauspielerei erheben. Alles nicht - nur eben gut und mit Lust gespieltes und gesprochenes Theater, bei aller Dramatik, die dem Stück eigen ist. Talent Scouts - auf nach Frankfurt.

In München ist die Sicherheitskonferenz zu Ende gegangen - Irgendwie mögen die Amerikaner Europa ja noch, aber zu deren Bedingungen. Und Europa? Na grundsätzlich mag jeder Europäer Europa - aber zu seinen Bedingungen: Ungarn zu den Ungarischen, Frankreich zu den Französischen, Italien zu den ... - Und da hilft Muttis (für die Jüngeren: Spitzname einer ehemaligen Deutschen Kanzlerin) Ursula auch nicht mal für die Laien - die Profis in Europa müssen denen, die nur eine Sprache sprechen mindestens zwei weitere an die Hand geben, damit Verstehen möglich wird. Bildung, Gemeinschaft bilden und Grenzen überwinden - darin bestehen die Chancen Europas und nicht in überbordender Regulatorik, die länderübergreifende Gerechtigkeit vorgaukelt.

Und dann sind da noch die Rechtschutzversicherer, die sich in die Sphären der Anwälte drängen. Rechtsberatung ist hier eine heilige Kuh - schon weil der Verbraucher an sich unmündig ist - aber wie bei den Apotheken und den Onlineapotheken könnte es zu Aufweichungstendenzen kommen.

Einen entspannten Start in die Woche wünscht

Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Solothurn und Köln