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Zilkens Newsblog Archiv

Newsletter 14. KW 2021

Guten Tag liebe Leser von Kobels Kunstwoche und unseres Newsletters,

das zweite Osterfest im Zeichen von Corona liegt hinter uns. Es war vergleichsweise friedlich. Die Rede des Deutschen Bundespräsidenten war so beeindruckend wie alle vorigen, die Zeitungen froh, dass ihre Redaktionen einige Tage Ruhe hatten. Nur der Kandidat hat ein Ei gelegt: Brücken Lockdown. In China wäre das glatt als Kotau vor der aktuellen Amtsinhaberin durchgegangen. Nicht mal die Maske wurde dafür abgenommen, aber ob das reicht, um an die 194 cm seines Gegenkandidaten aus Bayern ranzukommen? Jetzt soll das Ganze noch diese Woche klar gemacht werden ... . Derweil gehen in England die Pubs mit Heizpilzen wieder auf, 60% der Bevölkerung sind geimpft! - Die Auswirkungen aufs Klima werden sicher bald beschrieben.

Vergangenen Montag war ich zur Eröffnung der Art Dubai dortselbst. Nach der abgebrochenen Tefaf 2020 und den September Positions in Berlin, war dies die erste Messe mit internationaler Beteiligung, die wirklich stattfand. In drei Zelten präsentierten 50 Galerien aus 31 Ländern und 4 Kontinenten (lediglich Australien fehlte) Werke für das normale europäische Auge ungewohnter Künstler und Künstlerinnen. Einige Galeristen und Galeristinnen ließen sich durch Expats vertreten, die das Informationsmaterial zu den Werken noch nicht in- und auswendig kannten. Maske ist im Lande Pflicht und 50% der Bevölkerung sind gimpft. In den Restaurants wird mit großem Abstand gesessen, fast normal. Zugang zur Messe gab es nur mit Timeslots, die überprüft wurden. Nicht mehr als 600 Menschen gleichzeitig auf dem Gelände. Man hatte Zeit und Luft zu betrachten - Dekoratives und Sperriges sowie Kunst aus Asien, Afrika und dem Mittleren Osten. Templon, Sfeir-Semler, Albarrán-Bourdais, Persano, Perrotin und Zidoun-Bossuyt waren so die bekannteren Aussteller aus Europa deren Programm auch eher bekannte Namen präsentierte: Pistoletto, Kapoor, Murakami, Haring, Lavier und Merz. Die teuersten Werke lagen unterhalb einer Million, die günstigsten um 1.000 USD. Es wurde gekauft und es gab zufriedene Gesichter, soweit sich das hinter Masken erahnen lässt. Unabhängig von der Qualität der ausgestellten Werke war jeder glücklich endlich mal wieder Kunst life zu erleben und sich darüber auszutauschen. Ein Hoffnungsschimmer aus der Wüste, der sich hoffentlich irgendwann auch in good old Europe wieder wahrnehmen lässt. Die Impftermine rücken näher! Die Munich Highlights im Juni auch.  Nur die Art Basel in Hongkong wird ohne externe Besucher auskommen müssen. Zur Zeit gilt noch: Einreise nur für Residents mit 14 Tagen Quarantäne in einem entsprechenden Hotel. Und ob sich das bis Mitte Mai ändert ist mehr als fraglich. Die Kunst kommt jedenfalls hin.

Man kann auf Messen lernen, z.B. dass Murakami die Insolvenz nur für eine seiner Produktionsfirmen beantragt hatte, die seit 5 Jahren an einem Zeichentrickfilm herumlaborierte ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Ansonsten arbeitet er munter weiter - auch mit NFTs (aber darüber hat man auf der Messe lieber geschwiegen).

In Brasilien, genauer bei Sao Paolo ist ein Lager der Spedition Alke abgebrannt. Dort waren leider auch viele Kunstwerke von Galerien gelagert. Brasilien ist ein protektionistisches Land, auch was Versicherungen angeht: Es wird wohl mehrere lokale Versicherer treffen - aber die Wahrscheinlichkeit, dass über Rückversicherung insbesondere der Londoner Markt betroffen sein wird ist hoch. Das werden weitere Argumente sein, um die teilweise extrem niedrigen Beitragssätze zu erhöhen. Insoweit funktioniert Globalisierung. 2004 war die Lagerhalle von Momart in London mit der Sammlung Saatchi abgebrannt und hatte das Bewußtsein für die Qualität von Lagerstätten in der westlichen Welt geschärft. 2018 brannte das Nationalmuseum in Brasilien bis auf die Aussenmauern nieder. Feuer bleibt eines der Hauptrisiken, denen unser kulturelles Erbe ausgesetzt ist.

Jennifer Schipf, bis Ende 2020 Global Leader Art bei XL a Company of AXA ist seither Global Chief Underwriting Officer - Fine Art&Specie und damit für die Zeichnungspolitik weltweit in diesem Konzern zuständig, wenn es um Kunst und Wertsachen geht. Herzlichen Glückwunsch auch von dieser Stelle aus.

Einen guten Start in die nachösterliche Woche, trotz aller auch aus politischem Profilierungszwang zu erwartendenden Vor und Zurück wünscht Ihnen

Ihr

Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Köln, Solothurn und Luxembourg