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Newsletter 20. KW 2021

Guten Tag liebe Leser von Kobels Kunstwoche und unseres Newsletters,

kein Stillstand in der Kunstversicherung - Die Liberty berichtet, dass sie mit Laura Weber zum 1. Mai eine neue Kunsthistorikerin in Köln eingestellt haben. Sie soll Dr. Ulrike Janvier unterstützen. Frau Weber war die letzten 6 Jahre beim Kunsthaus Lempertz als Expertin für Alte Meister und Gemälde des 19. Jahrhunderts.

So etwas gibt es fast nirgends auf der ganzen Welt aber Nordrhein-Westfalen hat es jetzt: das Kulturgesetzbuch, am 1.1.2022 soll es in Kraft treten und auch zwei bestehende Verordnungen ablösen (das nennt man Bürokratieabbau!). Die Regierung Laschet hat es durch die Kulturminsterin Pfeifer-Poensgen auf den Weg gebracht. "Amtliche Begründung: Kunst ist die Voraussetzung für die vielfältige Kultur im Land Nordrhein-Westfalen. Kunst und Kultur stiften Sinn, geben den Menschen Heimat und Orientierung. Ohne Kunst und Kultur und die durch sie vermittelten vielfältigen Identifikationsangebote gibt es keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt und kein stabiles politisches Gemeinwesen." Das ist so schön, das muss man einfach zitieren und hoffen, das sich das auch in anderen Ländern durchsetzt. 63 Paragraphen braucht es dann um die Vielfalt zu regeln - Büchereien werden zu Bibliotheken modernisiert, Industriekultur bekommt einen Stellenwert und die Provenienzforschung Raum und Mittel zur Verfügung gestellt. Die Förderung von Künstlerinnen und Künstlern kommt auch nicht zu kurz.

Moulinsart hält die Rechte an TinTin.und Milou, den Deutschen Comicfreunden auch als Tim und Struppi bekannt. Manche echaufieren sich wegen möglicher rassistischer Tendenzen des Comichelden (er wurde halt entwickelt als die Welt noch einfach war und Gut und Böse anders definiert wurden als heute). Moulinsart achtet sehr darauf, dass Tintin nicht misbraucht wird, wie es der bretonische Maler Marabout nach deren Ansicht tat, als er Tintin in den vereinsamten Szenen Edward Hoppers mit einer weiblichen Figur kombinierte. Doch nun hat das Verlagshaus Pech gehabt. Es hat in Rennes nicht nur den Prozess verloren sondern muss dem Künstler noch eine Entschädigung zahlen, weil potentielle Käufer durch die Klage abgeschreckt wurden.

Deutschlands Versicherungsmaklermarkt wird jetzt Amerikanischer. Bei der Fusion von AON (USA) und WillisTowersWatson (GB) wird die Deutsche Willis zur Befriedungsmasse für das Europäische Kartellamt. Übernehmen wird wohl Arthur J Gallagher aus den USA. Damit wird jetzt noch mehr Deckungsbeitrag aus Europa (zählen wir GB ruhig dazu, trotz Brexit) nach USA transferiert. Das wäre allerdings auch ohne den Einspruch des Kartellamts passiert. Offensichtlich stand kein Übernehmer in Europa bereit. Damit werden die TOP 5 im Industriegeschäft in Deutschland Marsh, AON, Gallagher, Funk und Ecclesia sein. Großmakler können in der Regel alles, nur Nische mit Herz wird zum Widerspruch, wenn Inhaber- und Managementstrukturen kapitalmarktgetrieben sind.

Dass der Kunstmarkt sehr lebendig ist zeigten die Versteigerugen der letzten Woche: Basquiat fast 90 Mio. USD - Picasso über 100 Mio. USD incl. Aufgeld und der Umsatz mit NFT ist auch beachtlich. Greta Thunberg hat davon und von Bitcoin noch nicht wirklich was gehört - Die Regierenden in Europa auch nicht. Die Blockchain Technologie ist diesselbe und frisst enorm viel Energie, neben anderen problematischen Aspekten wie Geldwäsche und Co.. Zur Zeit benötigen Bitcoins ca. 145 Terrawattsunden (TWh) Strom im Jahr, Tendenz steigend. Deustchalnd verbraucht ca. 550 TWh im Jahr, so viel wie 1990 und Tendenz fallend bei gleichzeitig den teuersten Energiekosten europaweit, wegen der Umsteuerung auf regernative Energien. Die Server für Bitcoin stehen in China, Russland und Iran, weil dort der Strom am billigsten ist (und nicht gerade sehr umweltfreundlich erzeugt wird). Gleichzeitig ist Energie und ihre Verfügbarkeit Ursache von Ungleichgewichten zwischen den Völkern. Gute Gründe sich zu überlegen auf das Profitpotential bei Bitcoin und NFT zu verzichten - Elon Musk (Tesla) ist diesen Schrit gerade gegangen, seine Autos gibt es nur noch gegen anerkannte Währungen. Das Grazer Joanneum hat sich jetzt zwei NFT schenken lassen, die Kunstwerke mit denen sie verbunden sind: medioker. Mal sehen ob andere Museen weltweit ebenfalls die Energiedebatte übersehen nach der Devise: pecunia non olet - Für Sotheby's New York gilt das in jedem Fall - dort findet vom 3. - 10. Juni ein "curated NFT-Sale statt".

Wir wünschen Ihnen eine Woche mit erfreulichen Erfahrungen, und weiteren Freiheiten - mancherorts dürfen Museen und Galerien wieder öffnen und am kommenden Wochenende ist das Fest der Ausgießung des heiligen Geistes, kurz Pfingsten genannt, deshalb erscheint die nächste Kunstwoche erst amDienstag nach Pfingsten.

Ihr

Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Köln, Solothurn und Luxembourg