Zilkens Newsblog

Charity Hauben - Die Royal Mail wird es verkraften - gesehen in Gibraltar - Photo Stephan Zilkens
Charity Hauben - Die Royal Mail wird es verkraften - gesehen in Gibraltar - Photo Stephan Zilkens
Portraitfoto von Dr. phil. Stephan Zilkens

Stephan Zilkens

Newsblog 40. KW 2026 , der 667. von allen

Kunst kann Unternehmer beeinflussen und bereichern. Giovanni Segantini schuf zwischen 1896 und 1899 gedacht für eine Weltausstellung: "Werden, Sein, Vergehen" sein Monumentalwerk der symbolischen Alpenmalerei, heute im Segantini Museum in St. Moritz. Lebenszyklen spielen in Werken vieler Künstler eine Rolle. Caspar David Friedrich schaffte das auch in einem Bild. Allerdings inspirierte Segantini Reinhold Würth nachhaltig, der das zuletzt im Pioneer noch einmal zu Protokoll gab. Irgendwann hat alles den Hauch des Vergänglichen - dem kann man nur dann entgehen, wenn man ständig daran arbeitet zu werden und sich nicht darauf ausruht zu sein. In der westlichen Ziviliasation haben wir seit mehr als 80 Jahren grundsätzlich eher Frieden, existenzielle Nöte sind durch ausufernde Sozialsysteme eher ein Fremdwort. Manch einer meint, dass das bedingungslose Grundeinkommen der Schlüssel zu allem Glück sei. Diese Sattheit im Sein zwingt nicht mehr zum Werden - sie befördert eher das Vergehen. Letztendlich beschreibt es auch die problematischen Entwicklungen unserer Demokratie in der die bisherigen Kräfte vor lauter Sattheit vergessen haben Impulse zu setzen, die ein Werden ermöglichen. Klingt abstrakt - aber warum hört man Bürokratieabbau und sieht ihn nicht? Warum wählen in der aktuellen Deutschen Hauptstadt mehr als 25% eine Partei, die in Teilen antisemitisch ist, den Sicherheitsapparat abschaffen will und sich mit Clankriminellen, denen unser kulturelles Erbe vollkommen egal ist, einläßt? Warum will man das Wahlalter unter die Geschäftsfähigkeitsgrenze bringen? Weil die ideologischen Ränder davon profitieren? Wir müssen wieder mehr ins Werden kommen, wenn wir Freiheit und die Chancen auf Wohlstand für alle erhalten wollen.

Vor 50 Jahren eröffnete das Kölner Schauspiel seine Saison mit Gorkis "Nachtasyl" in der Regie von Roberto Ciulli. Nicht nur die Kölner Oper ist wieder zurück im alten Haus nach 14 Jahren - auch das Schauspiel nebenan war vom gleichen Schicksal getroffen. Allerdings hat Köln mal wieder mit der Personalauswahl seines Schauspielintendanten mit Kay Voges großes Glück gehabt. In Salzburg fragt man sich, warum der Mann nur Uraufführungen inszeniert? Weil man sich dann nicht an bereits vorhandenen Inszenierungen und Interpretationen messen muss? Zur Premiere am Freitag inszenierte er ein Auftragsstück, dessen Titel 'in bester Lage' von Immobilienentwicklern beansprucht werden könnte. Es war inhaltlich so flach, dass man später wusste, warum es keine Pause gab - ausser den Claqueuren wäre das Haus ziemlich leer gewesen - obwohl die Schauspieler eine ordentliche Leistung boten. Aber flachen Inhalt kann man nicht überspielen. Anders heute - in 'Tag und Nacht' hat Lily Sykes so ziemlich alles aus dem Text von Roland Schimmelpfennig herausgeholt und den Schauspielern Gelgenheit gegeben Großes zu leisten. Dafür kann man auch nach Köln kommen.

Wir werden in 14 Tagen die Englische Version unseres Newsblogs und von Kobels Kunstwoche einstellen. Es gibt mittlerweile so viele halbwegs brauchbare Übersetzungsprogramme, dass jeder diesen Text in seine Sprache übersetzen kann, ohne großen Aufwand. Die Englische Version verdanken wir dem Mexikanischen Galeristen Pablo Goebel, der vor Jahren darum bat. Wunsch gerne erfüllt - aber Pablo du wirst auch mit dem Übersetzungsprogramm die notwendigen Infos aus Kobels Kunstwoche erhalten.

Starten Sie gut in die erste richtige Herbstwoche, die sich mancherorts wie Spätsommer anfühlt

Stephan Zilkens mit dem Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Solothurn und Köln