Zilkens Newsblog

Das Original zeigte im September 1939 Hitler und Stalin, die gerade Polen unter sich aufgeteilt hatten.
Das Original zeigte im September 1939 Hitler und Stalin, die gerade Polen unter sich aufgeteilt hatten.
Portraitfoto von Dr. phil. Stephan Zilkens

Stephan Zilkens

Newsblog 42. KW 2026, der 669. von allen

Die Welt ändert sich. Das betrifft auch Übersetzungsprogramme, die uns bei der Bewältigung der täglichen Aufgaben helfen. Wir nutzen DeepL - als Kölner Unternehmen selbstverständlich, denn es ist eines der wenigen Deutschen Unicorns und die Übersetzungsqualität sehr gut. Viele Browser bieten auch Übersetzungen an - und wir glauben, dass diejenigen, die an unseren Informationen und an Kobels Kunstwoche in anderen Sprachen interessiert sind, diese Übersetzungsprogramme nutzen können. Daher ist dies die letzte Ausgabe unseres Newsblogs und von Kobels Kunstwoche, die parallel auf Englisch erscheint.

Eine in Manchester beheimatete Wirtschaftskanzlei hat sich auf Grund der zunehmenden Diebstähle in Museen mit den möglichen Konsequenzen für den Kunstversicherungsmarkt auseinandergesetzt. "Reputation ist kein Sicherheitssystem" ist die von der DWFGroup veröffentlichte Studie überschrieben. Auch wenn manchmal die gestohlenen Werke, wie jüngst die aus Cagne-sur-Mer entwendeten Renoir, durch glückliche Fügung schnell wieder gefunden werden, muss man sich mit den sich verändernden Risikobedingungen auseinandersetzen. Das gilt für die die Museen tragenden Institutionen genauso wie für die Versicherungswirtschaft, die die Risiken gegen meist einen geringen Beitrag übernimmt. Hier gilt für die ausschreibenden öffentlichen Institutionen immer noch der Grundsatz: Nichts ist im Risikomanagement kostengünstiger als billige Versicherungen. Deren Underwriter (klar: allerlei Geschlechts natürlich) müssen sich allerdings fragen lassen, ob sie trotz Wettbewerb ausreichend Einfluss auf die Risikosituation eingegangen sind. Welcher Risikoträger schickt noch eigene Leute zum Aufbau einer komplexen und fragilen Ausstellung, so wie das die Nordstern Versicherungen in den 80ger Jahren des vorigen Jahrhunderts gemacht haben. Manchmal irritiert die Anwesenheit von zu viel Presse die Mitarbeiter beim Aufbau und es drohen Handling Fehler. Die Museumsleitung braucht die positive Berichterstattung und greift nicht ein. Der Versicherer kann den Aufbau stoppen und der Presse Platzverweis erteilen. Das passiert heute genauso wenig, wie die Forderung, dass nur Speditionen mit gut ausgebildetem Personal, dass im Umgang mit Kunst geschult ist und entsprechendem logistischem Equipment auftritt, die Transporte von Kunst durchführen soll. Die ARTIM Gesellschaften oder die ICEFAT Mitglieder sollten vorgeschrieben werden. Wenn dann der städtische Fuhrpark den Transport erledigt, gibt es keine Deckung sollte man meinen. Aber auch da fehlt vielen Versicherern der Mut.

Trump macht was er will - moralische oder ethische Leitlinien sind für ihn ein Fremdwort. Die indirekte Vergrößerung seines Familienvermögens könnte eher eine Triebfeder sein. Sein Schwiegersohn ist ja sehr oft mit von der Partie, wenn es um diplomatische Verhandlungen geht. Die letzten Ukrainehilfen der USA gab es ja auch nur gegen Zusicherungen, dass die USA sich nach Ende des Krieges an den Rohstoffen des Landes bedienen dürfen. Nun hat die kriegerische Aktion gegen den Iran die Energieversorgung auch in den USA verteuert, was Wählerstimmen in den Midterms kosten könnte. Jetzt hebt man flux die Sanktionen gegen Russland auf und importiert Diesel von dort was automatisch die Handelsbilanz Russlands verbessert und die Aussicht auf ein baldiges Kriegsende in noch weitere Ferne rückt. Jetzt hält sich Selenski auch noch an die Verfassung seines Landes - auch das stört Trump und deshalb soll der Ukrainische Präsident ausgetauscht werden. Mit Trump als Präsident haben die USA jeden moralischen Führungsanspruch für eine tolerante Gesellschaft westlichen Zuschnitts verspielt. Man kann froh sein, dass der Friedensnobelpreis diesmal einer Frau verliehen wurde, die sich große Verdienste um die internationale Strafgerichtsbarkeit erworben hat.

Zurück zur Kunst - Wie viele Städte, so hat auch Köln nur noch eine lokale Tageszeitung, die ihre Stellung als Meinungsbilder häufig sehr merkwürdig ausnutzt. Wettbewerb gibt es ja nicht mehr. Dem anerkannten und verurteilten Kunstfälscher Beltracchi wurde jatzt eine ganze Seite gewidmet einschließlich eines Kommentars Richtung man müsse dem Mann eine Chance geben weil er seine Strafe abgesessen habe. Schlimm genug, dass Schauspieler wie Christoph Waltz sich nach der Verurteilung Fernsehwirksam mit ihm eingelassen haben - Nach eigener Aussage kennt Beltracchi noch über 400 Werke in öffentlichen Sammlungen, die von ihm und nicht von den ausgewiesenen Künstlern stammen sollen. Solange er diese 400 Werke nicht benennt gibt es für mich keinen Grund diesem Fälscher eine neue Chance zu geben.

Es gibt viele Collectibles, die in der Welt gesammelt werden. Trotz Handycameras mit zunehmend besserer Qualität werden noch mechanische Kameras produziert, gesammelt und manchmal versteigert. So geschehen am letzten Samstag in Wetzlar wo K.A.Hoffman und Henrik Hanstein u.a. ein Exemplar der Ur-Leica von 1923 für 4.250.000 EUR versteigern konnten. Die Taxe lag bei 600.000 EUR. Jetzt darf man gespannt sein, ob der Erwerber eine Fachspedition oder einen der üblichen Päckleschubser mit dem Transport in die USA beauftragt.

Genießen Sie Kobels Kunstwoche im Anschluss und die Woche in vollen Zügen

Stephan Zilkens und das Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Solothurn und Köln