Stephan
Zilkens
,
Newsblog 45. KW 2026, der 672. von allen
Berlin ist nicht zu beneiden - Erst war da ein Bürgermeister, der wollte, dass man auf diese Stadt schaue, auch wenn er nur über die westliche Hälfte regierte, dann kam einer der fand die Stadt arm aber sexy, obwohl ihr zwischenzeitlich dank Wiedervereinigung das doppelte Hauptstadtprivileg (Ost und West) zuerkannt wurde, mit der Erwartung, dass nach 40 Jahren Trennung das Verständnis füreinander umso schneller wachse und jetzt eine von 18,8% aller Stimmberechtigten ins Spiel gebrachte Kandidatin, die sich von eigenen Parteifreunden nahestehenden Clanorganisationen bedroht fühlt und unbedingt vergesellschaften möchte. Also zurück in die DDR, wo die Vergesellschaftung der Produktionsmittel Staatsraison war und Ursache flächendeckender Wohnraumzerstörung von Altsubstanz. Ab heute soll koalitionsverhandelt werden, auch unter dem Eindruck zunehmend nervös werdender jüngerer Generationen. Berlin, du bist nicht zu beneiden - auch nicht um die 25,8%, die keine Stimme abgegeben haben.
Es ist ja erstaunlich, wie einfach man Menschen glauben machen kann ihnen etwas Gutes zu tun, wenn man an ihre Neidgefühle appelliert. Man erklärt einfach Besitz als etwas Unanständiges, ist sich des allgemeinen Volksgewissens sicher und phantasiert von Vergesellschaftung, weil das weniger schrecklich klingt, als Enteignung. Wenn ich allerdings Teilweise Eigentum einer Aktiengesellschaft z.B. von Vonovia in gesellschaftliches Eigentum überführen will, trifft es die Aktionäre. Die halten fast 850 Millionen Aktien - also theoretisch hat jeder 10. Erdenbürger allerlei Geschlechts eine Aktie der Gesellschaft. 138.000 Wohnungen hat der Laden in Berlin zu einer Durchschnittsmiete von ca. 8,50 EUR m2. Ab 10.000 Einheiten soll vergesellschaftet werden. Was, wenn jetzt 14 neue AGs entstehen, mit leicht abweichender Aktionärsstruktur? Man landet unter der Vergesellschaftungsgrenze und muss wegen höherer administrativer Kosten die Miete auf 10,00 EUR erhöhen. Ausser Crowdfunding wird kein Geld mehr nach Berlin in den Wohnungsbau fließen, weil der parallel existierende Mietdeckel dämpfend wirkt. Vielleicht sollte man die Deutsche Hauptstadt mehr Richtung Erfurt verlagern. Auch kein nennenswerter Flughafen aber näher an Bayern.
Was haben wir hier nicht gegen das KGSG angeschrieben, als Frau Grütters unbedingt in die Wohnzimmer Deutscher Bildungsbürger eindringen wollte, die dort auf Grund niedriger Beweggründe Scherben römischer Amphoren und Tang Pferde ohne entsprechende Ausfuhrgenehmigung aus dem 1. - 16. Jahrhundert gehortet hatten, um sie ihrer gerechten Enteigung zuzuführen. Den Antikenhandel auf Deutschem Boden gibt es seither nicht mehr. Die Europäische Kommission hat jetzt eine Untersuchung über die Ausfuhr von Kulturgütern zwischen 2021 und 2023 vorgelegt. 35.114 waren es insgesamt, davon 4.323 in Deutschland. 21 Mitgliedstaaten taten sich schwer mit der Bewertung und hätten gern eine gemeinsame Methode. Das zeigt, dass zwischen Zollwert, Versicherungswert, Marktwert und staatlichen Wertansätzen durchaus Unterschiede bestehen. Viele Kunden und noch mehr Versicherer sind über die Bewertungsgrundlagen von Kunst unsicher. Kein Werk ( mit Ausnahme der meisten Multiples) ist gleich. Die Individualität jedes Objektes ist eine Herausforderung. Und im Gegensatz zum Neuwagen gibt es keinen Listenpreis. Es gibt zwar einen Flächenfaktor, aber der bleibt variabel - und je nach Berühmtheit des kreativen Faktors bleiben nur 50 oder 60% beim Kunstschaffenden jedweden Geschlechts. Übrigens ein Hinweis bei Ausstellungsversicherungen, bei denen Künstler ihre Leihgaben über die Galerien deklarieren. Die Galerien sind nicht die Geschädigten im Fall der Fälle, sondern die Künstler ( allerlei, sie wissen schon …) und dann gilt auch nur der Wert der ihm/ihr zugestanden worden wäre.
In Köln scheint ein Wunder zu geschehen - nachdem sich die drei Chefklüngel Parteien auf die Schließung des Interims vom römisch Germanischen Museum geeinigt hatten, um nachhaltig das römische Erbe aus der Kölner Kulturlandschaft zu verbannen haben alle Museumsvereine in der Stadt mit insgesamt mehr als 10.000 Mitgliedern einen offenen Brief unterschrieben, der seine Wirkung hoffentlich nicht verfehlt. Andernfalls muss sich die Stadt einen neuen Namen überlegen, denn Köln leitet sich von CCAA Colonia Claudia Ara Agrippinensium ab und das war 50 vor Christus. Und jeder der ein Gefühl dafür hat, was es heißt eine Marke aufzubauen versteht die Nachricht.
Bleiben Sie uns gewogen
Stephan Zilkens mit dem Team der Zilkens Fine Art Insurance Broker GmbH in Solothurn und Köln